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Spiritus 

Bis zur Erfindung der Festbrennstofftabletten Mitte der 1930er Jahre von Erisch Schumm war Spiritus der Brennstoff der Wahl für Spielzeugdampfmaschinen. Brennspiritus (denaturierter Alkohol) birgt eine Menge Risiken, da er leicht brennbar ist, einen niedrigen Flammpunkt hat (12°C) und, wenn nicht in verschlossenen Behältern, ausgast und ein explosionsfähiges Gemisch erzeugen kann.  Brennspiritus ist gesundheitsschädlich wenn man ihn zu sich nimmt.

Der Betrieb von Spielzeugdampfmaschinen mit Brennspiritus ist vom Gesetzgeber untersagt. Aus diesem Grund erhält man von den Herstellern direkt keine Maschinen mit Spiritusbrennern mehr. Es gibt allerdings noch eine ganze Anzahl von Spiritusbrennern am Markt. Eine Verwendung davon ist dann jedoch "Privatvergnügen". Zudem findet man immer wieder alte, "antike" Maschinen, die noch einen Spiritusbrenner haben.

Brennspiritus selbst brennt nicht. Was brennt sind die Gase, die an der Oberfläche entweichen. Das ist im Grundsatz bei allen brennbaren Flüssgkeiten so und in der Praxis für uns nicht ganz so uninteressant. Es gibt nämlich drei unterschiedliche Formen von Brennern, von denen zwei für den Betrieb von Kesseln Anwendung finden können. 

Brennertypen

Druckgasbrenner

Druckgasbrenner bestehen aus einem Druckbehälter und einem Vergaserkopf. Der Spiritus wird unter Druck im Vergaserkopf vernebelt und brennt am Vergaserkopf ab. Ein beispiel dafür sind "Coleman", oder "Glühstrumpflampen" bei denen man von Hand Druck au den Druckbehälter pumpt. Ich denke jeder hat so ein Ding schon einmal gesehen.  Zum Beheizen von Kesseln wird dieses System nicht benutzt.

 

Dochtbrenner

Bei Dochtbrennern ragt ein Docht aus Baumwolle, oder Glasfaser in einen Behälter mit Brennspiritus. Wird der Docht angezündet verbrennt der Spiritus und neuer Spiritus wird im Docht nach oben "gesaugt". Es gibt diese Brenner mit einem Docht und auch in Ausführungen mit mehreren Dochten. Anzahl und Durchmesser der Dochte und die Größe und Form des Behälters hängen von dem zu betreibenden Kessel ab.

Der Docht sollte etwa 3 bis 5mm aus der Führung herausschauen, um eine optimale Flamme zu erzeugen. Die Flamme sollte den Kessel nicht berühren und möglichst rußfrei brennen. Man muß da selbst etwas experimentieren bis man eine gute Dochtlänge gefunden hat. Eine Vorwärmung ist nicht erforderlich. Dochte aus Baumwolle Verbrennen mit der Zeit und müssen öfter nachjustiert werden. Das ist aber kein Hexenwerk und leicht zu machen.

 

   

Dochtbrenner mit zwei Dochten

 

Dochtbrenner mit einem Docht und Glasbehälter

 

 

Vergasungsbrenner

Vergasungsbrenner nutzen direkt den ausgegasten Spiritus aus. Sie sind etwas effektiver als Dochtbrenner. In der Regel sind sie als Brennerschale ausgebildet, die ganz in die Feuerbüchse eingeschoben wird. Das Innere ist ganz mit Baumwolle gefüllt und nimmt den Spiritus auf. Die Oberseite kann mit einem einfachen Blech mit Löchern, mit einem Blech mit mehreren Durchbrüchen, oder mit pilzförmigen Brennern versehen sein, ist aber in jedem Fall abgedeckt, um zu verhindern das die Baumwollfüllung mit der Flamme in Berührung kommt.

Vergasungsbrenner bedürfen meistens der Vorwärmung, um zu funktionieren. Die Brennerschale muß warm genug sein damit der Spiritus vergast. Daher auch der Name. Man kann die Brennerschale über einer kerzenflamme auf gute Handwäre erhitzen und dann den Spiritus einfüllen. MAN BEACHTE DIE REIHENFOLGE!!

Es gibt Vergasungsbrenner mit einem Docht, der als Vorwärmer dient. In diesem Fall ist kein Vorwärmen erforderlich. Vergasungsbrenner gibt es in unterschiedlichen Maßen für verschiedene Maschinen.

 

      

Einfacher Vergasungsbrenner in Schalenform

 

Vergasungsbrenner mit mehreren Brennstellen und Vorwärmdocht

(und Nachfülleinrichtung)

 

Vergasungsbrenner mit pilzförmigem Brenner

(leider noch kein Bild vorhanden)

 

 

   

Anmerkungen zur Sicherheit

  • Spiritusbehälter nie offen herumstehen lassen
  • Spiritus Kindersicher aufbewahren
  • Spiritus getrennt von Lebensmitteln lagern
  • nichts verschütten, verschütteten Spiritus mit saugfähigem tuch gründlich aufwischen und Tuch sofort entsorgen
  • nicht rauchen
  • keine Zündquellen im Umkreis von 1m
  • brennbares Material im Umkreis von mindestens 1m entfernen
  • nicht mit Wasser löschen (mit nichtbrennbarem Tuch abdecken, mit feuerfesten Handschuhen ausdrücken. Spiritus schmimmt auf Wasser! Wasser verteilt nur den brennenden Spiritus!!)
  • Maschine auf feuerfester Unterlagen betreibe, die mindestens 15cm an jeder Seite größer ist als die Grundplatte der Maschine (auslaufender Spiritus ist flüssig wie Wasser!! Schwer entflammbare Textilien sind KEINE feuerfesten Unterlagen bei Spiritus!!)
  • Spiritusbehälter nicht überfüllen (Bei Dochtbrennern zu 2/3 füllen, bei Vergasungsbrennern bis die Baumwolle naß aussieht. Steht Spiritusflüssig über der Baumwolle mit saugfähigem Tuch den Überschuß aufnehmen, Tuch sofort entsorgen)
  • feuerfeste Handschuhe benutzen (erst nach der Befüllung!! siehe Textilien)
  • feuerfeste Schale und dickes, mit Wasser befeuchtetes Tuch bereithalten, um den Brenner zur Not in der Schale ablegen zu können und Feuer mit dem darüber gedeckten Tuch ersticken zu können
  • spiritusgetränkte Textilien oder Papiertücher entfernen (auch schwerentflammbare Textilien)
  • Hände vor dem Entzünden des Brenners waschen

Sollte ich etwas vergessen haben lassen Sie es mich bitte wissen.

 

Zwei Beispiele für Unfälle

Schwerentflammbare Decke mit Spiritus getränkt

verschütteter Spiritus tränkte die Decke aus schwerentflammbarem Stoff. Der Spiritus entzündete sich beim Einführen des Brenners und setzte die Decke in Brand

 

Schwer entflammbar heist nicht UNBRENNBAR!

 

 

 

 

 

 

Überfüllter Spiritusbehälter

Der Glasbehälter war zu voll. Bei Erwärmung lief Spiritus aus und entzündete sich am Docht. Zu sehr mit der Fimerei beschäftigt bemerkte ich das nicht sofort. Zum Glück stand der Stirlingmotor auf einer ausreichend großen feuerfesten Unterlage. Man achte beim Film auf den Dochtbrenner unten.

 

 

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Klaus Lutz | Roler0301@aol.com